23-05-2006 08:37

Highfish mit Biss

Es roch nach Rock`n`Roll wie auf dem Flugplatz nach Petrol. Die Motoren dröhnten, die Düsen liefen auf Hochtouren und das Publikum war begeistert: Vergangenen Freitag startete Highfish in der Schüür in Luzern zum Jungfernflug ihres neuen Albums "Suck Push Bang Blow".

(Trix Müller) Ich traue meinen Augen nicht, als ich in die Ecke gegenüber der Bar schaue: Zwanzig Kerzen, ein Kronleuchter, ein paar Flaschen Bier, eine Gitarre, ein zerkleinertes Schlagzeug, zwei Stimmen und die imaginäre Energie von King Elvis Presley persönlich. Ein ungewöhnliches Ambiente, wenn man sich auf ein Rockkonzert von Highfish eingestellt hat. Doch die schräge Zweiercombo aus der Ostschweiz will mit ihrer Leidenschaft für den Rock`n`Roll und ihren Coversongs beweisen, dass Elvis lebt. Mit ihrer unverbrauchten Art gelingt es Elvis Explosion doch hier und dort, ein kleines Feuer zu entfachen...

Der grösste Teil des Publikums wartet jedoch unmissverständlich auf die drei Haifische. 450 Besucher stehen unter dem riesigen Dach der Schüür in Luzern und jubeln, als kurz nach den letzten Elvisklängen die grosse Bühne beleuchtet wird. Von Beginn weg geben die drei Luzerner in gewohnter Manier den Tarif durch: Energievoll und mit unbändiger Spielfreude. Kein gewöhnliches Konzert soll es werden, sondern ihre Plattentaufe. Und wie der Titel ihres ersten Longplayers "Suck Push Bang Blow" bereits verrät, ist ihre Musik mit einem Düsenantrieb zu vergleichen.

Ohne grosse Worte legen sie direkt und unverfroren los mit Songs, deren Titel zwar noch niemand kennt, deren schnelle Rhythmen jedoch mächtig rocken – krachende Rocksongs mit sattem Indie-Sound. Die ersten vier Reihen flippen, wenn Raphi in die Saiten greift und seine Show abzieht, wenn Elmar sich das Mikrophon schnappt, und wenn Kay sein Schlagzeug bearbeitet, als ob er all seine Energie irgendwie loswerden muss. Drei überaus sympathische Luzerner Jungs, neben der Bühne ruhige Schaffer, deren Leidenschaft für ihre Musik live jedoch den ganzen grossen Dachboden der Schüür erfüllt, deren Powerrock das Fachwerk erschüttert und das Publikum begeistert!

Nach einer grosszügigen Zugabe frage ich mich, ob Highfish ihre CD wirklich noch mit Champagner übergiessen werden und beantworte mir meine Frage gleich selber: Nach diesem fantastischen Konzert wäre der klischeehafte Taufakt der neuen Platte nicht nur unpassend, sondern sogar störend. Die Erinnerungen an diesen CD-Release bleiben denn ganz und gar durch ihre Musik lebendig – das Beste, was die drei uns mitgeben konnten... Merci Highfish!

ÜBRIGENS: Wer ihren Jungfernflug in Luzern verpasst hat, kann Highfish am Mittwoch vor Auffahrt in der Grabenhalle in St. Gallen live erleben!
 
 
 
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