15-08-2005 14:49
(Thomas Schlup) Gehen, laufen, schreiten, hüpfen, springen – und schon entsteht "Tanz". Das sah auch am Samstagabend herzlich einfach aus, als der Festival-Initiator Adrian Gut die 130 Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zu einigen Kreistänzen bat. "Zwei Schritte rechts, einer links und dann klatschen" erklärte er. Mit dem Rhythmus der Musik wurde das aber schon schwieriger, und manchmal gerieten Füsse und Hände etwas durcheinander. Gelächter allenthalben, nächster Versuch…
Der Samstagnachmittag war der Vielfalt des Tanzes gewidmet. Petra Eischeid und Rüdiger Specht verbanden in ihrer Demonstration der philippinischen Stockkampfkunst Escrina die Gerade der Stöcke mit ihren eigenen fliessenden Bewegungen zu einem harmonischen Ganzen. Die aus Basra stammende und in Frauenfeld wohnende Assale Ibrahim baute mit ihrem orientalischen Tanz eine Verbindung in ihre Heimat Irak. Und Virginia Finnity beschloss den Nachmittag mit einem modernen Tanz.
Einsiedler Trachten dann am Sonntagabend anlässlich eines öffentlichen Auftritts der Kindertanzgruppen Waldlüt und Willerzell. Sie zeigten, begleitet vom Schwyzerörgelitrio Echo vom Chrähloch, einen Querschnitt durch Schweizer Volkstänze und spielten "Huusmusig" mit Löffeln, Rätschen und Besen. Für die Leiter Rosemarie Kälin, Barbara Pfyl und Michael Kümin stehen Pflege des Brauchtums und "den Leuten eine Freude machen" im Vordergrund.
In die Welt der Märchen wurden die Teilnehmer am Montagabend entführt. Der in Wien lebende Peter Czerny erzählte mit viel Mimik und feinsten Nuancen in der Stimme wundersame Geschichten aus dem nördlichen Europa und dem Orient. Etwa von der klugen Bauerstocher, welche den König für sich gewinnen konnte oder wie eine Müllerstocher einen Lindwurm von seinem Dasein erlöste. Es war kein reiner Erzählabend, da Czerny die Zuschauer immer wieder mit einbezog.
Auf den Filmabend vom Mittwoch mit drei Kurzfilmen folgte am Donnerstag das grosse Abschlussfest mit Darbietungen einzelner Gruppen sowie einem grossen Rondonnée auf dem Platz, welches dem Vernehmen nach in der Aula seine Fortsetzung gefunden haben soll. Als besonderen Schlusspunkt führten fast alle Teilnehmer am Freitag eine Performance von Claudia Roemmel auf. "Lasst Einsiedeln erröten" – wie schon andere Ortschaften zuvor.
Die Teilnehmer zirkulierten schweigend in den Strassen und Gassen Einsiedelns, gut sichtbar in ihren leuchtend roten Umhängen. Erst einzeln, dann in kleinen Gruppen, schliesslich in einer grossen Gruppe auf dem Klosterplatz. Passanten blieben stehen, schüttelten den Kopf oder zückten ihre Kameras. Einzig eine Ordensschwester nahm es gelassen: "Das ist etwas Neues und sieht doch schön aus." Punkt 11:30 Uhr blieben alle Teilnehmer für zwei Minuten stehen, um sich dann rennend ihrer Umhänge zu entledigen, welche als abgeworfene Hüllen zurückblieben.
Esther Hegner und Adrian Gut erklärten, dass sie als Organisatoren mit dem Ablauf der Veranstaltung zufrieden seien. "Es herrschte eine offene Stimmung über alle Altersklassen und Tanzstile hinweg." Sowohl von den Lehrern als auch den Teilnehmern wurde die weitläufigen Gebäude geschätzt. Der freiberufliche Tanzpädagoge Gut aus Bischofszell meinte, dass eine "Neuauflage frühestens in zwei Jahren" zur Diskussion stehe. Das ausgewogene Programm mit den Ateliers, dem Morgeneinstieg und den Themen am Abend ist auf alle Fälle eine Basis, auf der sich aufbauen lässt.
Welt-Tanz-Festival – Im Reich der fliessenden Bewegungen
Im Schweizerischen Jugend- und Bildungszentrum in Einsiedeln SZ trafen sich vom 6. bis 11. August 130 Freunde des Tanzes und der Poesie zu einer einwöchigen Veranstaltung mit Ateliers und öffentlichen Abenden unter der Leitung von einem Dutzend Lehrern.(Thomas Schlup) Gehen, laufen, schreiten, hüpfen, springen – und schon entsteht "Tanz". Das sah auch am Samstagabend herzlich einfach aus, als der Festival-Initiator Adrian Gut die 130 Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zu einigen Kreistänzen bat. "Zwei Schritte rechts, einer links und dann klatschen" erklärte er. Mit dem Rhythmus der Musik wurde das aber schon schwieriger, und manchmal gerieten Füsse und Hände etwas durcheinander. Gelächter allenthalben, nächster Versuch…
Der Samstagnachmittag war der Vielfalt des Tanzes gewidmet. Petra Eischeid und Rüdiger Specht verbanden in ihrer Demonstration der philippinischen Stockkampfkunst Escrina die Gerade der Stöcke mit ihren eigenen fliessenden Bewegungen zu einem harmonischen Ganzen. Die aus Basra stammende und in Frauenfeld wohnende Assale Ibrahim baute mit ihrem orientalischen Tanz eine Verbindung in ihre Heimat Irak. Und Virginia Finnity beschloss den Nachmittag mit einem modernen Tanz.
Einsiedler Trachten dann am Sonntagabend anlässlich eines öffentlichen Auftritts der Kindertanzgruppen Waldlüt und Willerzell. Sie zeigten, begleitet vom Schwyzerörgelitrio Echo vom Chrähloch, einen Querschnitt durch Schweizer Volkstänze und spielten "Huusmusig" mit Löffeln, Rätschen und Besen. Für die Leiter Rosemarie Kälin, Barbara Pfyl und Michael Kümin stehen Pflege des Brauchtums und "den Leuten eine Freude machen" im Vordergrund.
In die Welt der Märchen wurden die Teilnehmer am Montagabend entführt. Der in Wien lebende Peter Czerny erzählte mit viel Mimik und feinsten Nuancen in der Stimme wundersame Geschichten aus dem nördlichen Europa und dem Orient. Etwa von der klugen Bauerstocher, welche den König für sich gewinnen konnte oder wie eine Müllerstocher einen Lindwurm von seinem Dasein erlöste. Es war kein reiner Erzählabend, da Czerny die Zuschauer immer wieder mit einbezog.
Auf den Filmabend vom Mittwoch mit drei Kurzfilmen folgte am Donnerstag das grosse Abschlussfest mit Darbietungen einzelner Gruppen sowie einem grossen Rondonnée auf dem Platz, welches dem Vernehmen nach in der Aula seine Fortsetzung gefunden haben soll. Als besonderen Schlusspunkt führten fast alle Teilnehmer am Freitag eine Performance von Claudia Roemmel auf. "Lasst Einsiedeln erröten" – wie schon andere Ortschaften zuvor.
Die Teilnehmer zirkulierten schweigend in den Strassen und Gassen Einsiedelns, gut sichtbar in ihren leuchtend roten Umhängen. Erst einzeln, dann in kleinen Gruppen, schliesslich in einer grossen Gruppe auf dem Klosterplatz. Passanten blieben stehen, schüttelten den Kopf oder zückten ihre Kameras. Einzig eine Ordensschwester nahm es gelassen: "Das ist etwas Neues und sieht doch schön aus." Punkt 11:30 Uhr blieben alle Teilnehmer für zwei Minuten stehen, um sich dann rennend ihrer Umhänge zu entledigen, welche als abgeworfene Hüllen zurückblieben.
Esther Hegner und Adrian Gut erklärten, dass sie als Organisatoren mit dem Ablauf der Veranstaltung zufrieden seien. "Es herrschte eine offene Stimmung über alle Altersklassen und Tanzstile hinweg." Sowohl von den Lehrern als auch den Teilnehmern wurde die weitläufigen Gebäude geschätzt. Der freiberufliche Tanzpädagoge Gut aus Bischofszell meinte, dass eine "Neuauflage frühestens in zwei Jahren" zur Diskussion stehe. Das ausgewogene Programm mit den Ateliers, dem Morgeneinstieg und den Themen am Abend ist auf alle Fälle eine Basis, auf der sich aufbauen lässt.