24-08-2005 11:32

Musik für Wetterfeste – Didgeridoo, Rap und viel Sina in Altendorf

Musik für Wetterfeste – Didgeridoo, Rap und viel Sina in Altendorf
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Die Besucher des OpenAir Altendorf liessen sich vom Regen nicht ablenken und genossen ein musikalisch äusserst abwechslungsreiches Programm. Zum ersten Mal spielten sechs Bands am bestens organisierten Anlass in der Schwyzer Gemeinde am Zürichsee.

(Thomas Schlup) "... und kiju Blüämä äbri ins Wassär vo där Gantär Briggu z`Brig" singt Sina für "ds Franz Josi" in ihrer von Polo Hofer harmonisch adaptierten Version von Bobby Gentrys "Ode to Billy Joe". Das lange Set der Walliserin, die zum Tourneeende Michael von der Heide für ein Duett auf die Bühne bat, war um diese und zwei weitere Coverversionen von Klassikern – "Där Sohn vum Pfarrer" (Son of a Preacherman) und "Papa isch äs Chorbi gsii" (Papa was a Rolling Stone) – aufgebaut. Sie bot einen über weite Strecken mitreissenden Querschnitt durch ihr Schaffen und hatte keine Mühe, mit ihrer sympathischen Art die Brücke zum Publikum zu schlagen. Sinnig ihre zweite Zugabe: "Däheimu" aus ihrer letzten CD All:Tag, eines der Lieder, dessen Text die Schriftstellerin Sybille Berg mitverfasste.

Bligg bretterte mit zwei DJs, zwei Gastrappern und einer Gastsängerin über die Bühne. Ungewohnte Klänge am OpenAir Altendorf, die vielleicht nicht allen Besuchern behagten. Der Künstler ist einem breiteren Publikum möglicherweise noch bekannt durch seine Ballade "Alles scho mal ghört" im Duett mit Emel. Die Texte sind teilweise eindringlich (über Suizid bei jungen Menschen) und zeigen die gnadenlose Welt der Grossstädte auf. Bligg gab mit einer Freestyle-Einlage zum Konzertschluss eine Probe seines überaus soliden Könnens.

Vielfältige Musik aus der Region ist am Altendorfer OpenAir Tradition. Die undankbare Rolle des Opening Act`s musste der Reichenburger Dani Kistler übernehmen, der zusammen mit Anna Topczewski wundervolle Klanggebilde über das Gelände legte. Gegensätzlicher hätten die Instrumente nicht sein können: Kistlers Didgeridoo und Topczewskis Korg EMX-1 Synthesizer. Das liegt aber ganz auf der Linie der beiden Künstler. "Wir haben unsere Vorstellungen und schauen dann, was womit gemischt werden kann" sagt Kistler. Die in Glarus aufgewachsene Topczewski spielt seit mehreren Jahren Synthesizer. "Anfänglich nahm ich Songs von Kollegen und habe damit gepröbelt, um alle Möglichkeiten kennenzulernen." So modern ihre Töne sind, musikalisch ist sie gut geerdet: Als ihr grösstes Idol bezeichnet sie Janis Joplin. Und für einmal bewies der Mann am Mischpult Sinn für Übergänge. Als erstes Stück der Umbaupause legte er "Teardrop" von Massive Attack ein...

The Mortals brachten vor leider fast leeren Rängen erfrischenden Ska- und Rockabilly-Sound auf die Bühne. "Vielleicht etwas früh für alle", meinte ein gesundheitlich leicht indisponierter Chrigi Ziegler. Schade um die geringe Resonanz, aber in einem Club dürfte die Post anders abgehen. Hörenswert.

The Flares hatten mit dem gleichen Problem zu kämpfen, und zudem trieb der einsetzende Regen die Besucher unter das Dach des Festzeltes. Die äusserst erfahrenen Musiker liessen sich davon nicht beirren und spielten ihre Mischung aus Groove und Melodie. Völlig im Schiff mussten auch Ad Lacum am Schluss des OpenAirs antreten. Ihr kraftvoller Rock erreichte nichtsdestotrotz die Fans, welche in Pelerinen gehüllt vor der Bühne mitgingen.

Elmar Schilter, Präsident des Vereins Open Air Altendorf, war mit dem von achtzig langjährigen Helfern getragene Anlass von der technischen wie organisatorischen Seite her zufrieden – "trotz viel Regen kein Stromausfall". Zu den finanziellen Konsequenzen meinte er jedoch: "Wir haben knapp 400 Eintritte und das dritte aufeinander folgende Defizit." Wie wichtig der Anlass aber ist, zeigt eine andere Zahl: "Wir erhalten pro Jahr über 300 Anfragen von Bands, die auftreten wollen. Das gibt eine Badewanne voll CDs." Die grossen Künstler müssten aber ganz normal gebucht werden, wobei Schilter ihnen ein Kränzchen windet: "Absolut pflegeleicht hinter der Bühne, wir hatten nie irgendwelche unerfüllbaren Sonderwünsche."
 
 
 
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