14-11-2005 15:29
(Jonas Wydler) "Anyone can play Guitar" nannten Radiohead auf ihrem ersten Album einen Song. Es waren die frühen 90er, Grunge war angesagt. Einen ebenso ironisch anmutenden Titel haben The Unborn Chikken Voices für ihr neues Album gewählt: "We Don`t Play Guitars". Und lassen auf dem Coverbild gleich eine Gitarre zu Boden scheppern. Wir mögen es ihnen nicht so recht glauben. Radiohead schrieben übrigens auch mal eine Songzeile: "Like unborn chikken voices in my head". Aber weiter geht`s mit den Parallelen zu Radiohead nicht. Sobald die ersten Klänge von "We Don`t Play Guitars" ertönen, merkt man, dass sich die vier Luzerner musikalisch gesehen anderweitig orientieren. "Yes, you`re goddamned right: It`s Rock`n`Roll..." verraten die Hühnerstimmen netterweise im Booklet.
Ja, es ist Rock`n`Roll. Die Truppe um Frontmann Marco Liembd reiht sich nahtlos in die Kette der unzähligen "The"-Bands rund um den Globus ein, die den Rock`n`Roll zelebrieren. Seit Anfang des Milleniums ist die ehrliche und direkte Gitarrenmusik wieder angesagter denn je. Sie erfinden nichts Neues, aber spüren den Nerv der Zeit, das Verlangen nach roher, direkter und dreckiger Musik. Die Rezepte sind in etwa die gleichen wie schon in den 60ern: Prägnante, aber nicht unbedingt tiefgründige Texte, diese mit einer gewissen Coolness gesungen, unterlegt mit rohen, rhythmischen Gitarren und das Ganze bitte immer so zwischen zwei und maximal vier Minuten. Je kürzer desto besser.
Im Falle von "We don`t Play Guitars" ist das zu Beginn gleich mal ein "yeah, yeah, yeah" oder "1-2-3-go", so muss es sein. Nicht um den heissen Brei herum reden, gleich mitten in die Fresse rein. Es fällt nichts ab, die Songs sind packend und direkt und haben im Falle eines "Jonny Dollar + The Fifty Cents" auch mal Hitcharakter. Doch muss gesagt sein, dass "1-2-3-go" etwas sehr an The Hives erinnert und "I Know What You Wanted To Do Last Tuesday" ebenso an Jet. Aber was soll`s, die haben sich schliesslich auch stinkfrech der Musikgeschichte bedient. Zusätzlich verleiht die Stimme von Marco Liembd dem Ganzen einen eigenen Charakter.
Luzern hat ihre Retro-Rockband, die Unborn Chikken Voices haben sich dem Rock`n`Roll verschworen und das ist gut so. "We don`t Play Guitars" ist authentischer als Manches, da hat sicher auch die gute Produktion ihren Beitrag geleistet.
Fazit: Wozu die Welt neu erfinden, wenn doch so viel Gutes und vielleicht Vergessenes brach liegt?
Wozu Gitarren? - CD-Review "We Don`t Play Guitars"
Luzerner Bands kommen auf den Geschmack von Longplayers. Auch The Unborn Chikken Voices liefern einen, erschienen auf dem Label Soundservice. Die Vier haben ihren Stil im Retro-Garagen-Rock gefunden und scheinen sich in diesem Metier wohl zu fühlen. Entstanden sind zwölf kurze und rohe Songs.(Jonas Wydler) "Anyone can play Guitar" nannten Radiohead auf ihrem ersten Album einen Song. Es waren die frühen 90er, Grunge war angesagt. Einen ebenso ironisch anmutenden Titel haben The Unborn Chikken Voices für ihr neues Album gewählt: "We Don`t Play Guitars". Und lassen auf dem Coverbild gleich eine Gitarre zu Boden scheppern. Wir mögen es ihnen nicht so recht glauben. Radiohead schrieben übrigens auch mal eine Songzeile: "Like unborn chikken voices in my head". Aber weiter geht`s mit den Parallelen zu Radiohead nicht. Sobald die ersten Klänge von "We Don`t Play Guitars" ertönen, merkt man, dass sich die vier Luzerner musikalisch gesehen anderweitig orientieren. "Yes, you`re goddamned right: It`s Rock`n`Roll..." verraten die Hühnerstimmen netterweise im Booklet.
Ja, es ist Rock`n`Roll. Die Truppe um Frontmann Marco Liembd reiht sich nahtlos in die Kette der unzähligen "The"-Bands rund um den Globus ein, die den Rock`n`Roll zelebrieren. Seit Anfang des Milleniums ist die ehrliche und direkte Gitarrenmusik wieder angesagter denn je. Sie erfinden nichts Neues, aber spüren den Nerv der Zeit, das Verlangen nach roher, direkter und dreckiger Musik. Die Rezepte sind in etwa die gleichen wie schon in den 60ern: Prägnante, aber nicht unbedingt tiefgründige Texte, diese mit einer gewissen Coolness gesungen, unterlegt mit rohen, rhythmischen Gitarren und das Ganze bitte immer so zwischen zwei und maximal vier Minuten. Je kürzer desto besser.
Im Falle von "We don`t Play Guitars" ist das zu Beginn gleich mal ein "yeah, yeah, yeah" oder "1-2-3-go", so muss es sein. Nicht um den heissen Brei herum reden, gleich mitten in die Fresse rein. Es fällt nichts ab, die Songs sind packend und direkt und haben im Falle eines "Jonny Dollar + The Fifty Cents" auch mal Hitcharakter. Doch muss gesagt sein, dass "1-2-3-go" etwas sehr an The Hives erinnert und "I Know What You Wanted To Do Last Tuesday" ebenso an Jet. Aber was soll`s, die haben sich schliesslich auch stinkfrech der Musikgeschichte bedient. Zusätzlich verleiht die Stimme von Marco Liembd dem Ganzen einen eigenen Charakter.
Luzern hat ihre Retro-Rockband, die Unborn Chikken Voices haben sich dem Rock`n`Roll verschworen und das ist gut so. "We don`t Play Guitars" ist authentischer als Manches, da hat sicher auch die gute Produktion ihren Beitrag geleistet.
Fazit: Wozu die Welt neu erfinden, wenn doch so viel Gutes und vielleicht Vergessenes brach liegt?