04-12-2006 23:32

bandXsg 2006 – Wie acht Bands das Finale rockten

Acht Bands traten letzten Samstag im Kraftwerk Krummenau gegeneinander an und wollten nur das eine: den 1. Nachwuchsband-Wettbewerb bandXsg für sich entscheiden und einen Plattenvertrag gewinnen. Gerockt haben sie alle, und wie! Die finale Konzertnacht war fantastisch und machte einfach Spass, den Musikern ebenso wie den beinahe 500 Zuschauern.

(Trix Müller) Gespannt warten wir im Kraftwerk in Krummenau auf das erste bandXsg-Finale, nachdem bereits die vier Qualifikationsrunden geprägt waren von Musik auf hohem Niveau.

Die Wiler Skaband drops eröffnet diesen Final und erscheint wie in der Vorausscheidung in einheitlichem Tenue. Ihr fröhlicher Ska reisst das Publikum aus der anfänglichen Reserve, ihre offensichtliche Spielfreude überträgt sich auf die tanzenden Zuschauer. Die sechs scheinbar ruhigen Jungs beginnen zwar zaghaft, steigern sich jedoch in einen fulminanten Endspurt. Zu dritt springen sie in die Luft, um am Boden liegend ihren Gitarren und dem Bass die letzten Töne zu entwinden. Welch ein Schlussbouquet! Das Publikum jubelt und tobt: Ihr Einstand ist geglückt.

Mit strahlenden Augen, einem Lächeln im Gesicht und ihren englischen und französischen Reggaesongs verbreitet Placid aus St. Gallen eine friedliche Stimmung in der Halle und erwärmt die Herzen der Besucher. Die vier Musiker und die Sängerin überzeugen ihre Fans restlos. Auf die geforderte Zugabe können sie jedoch aus Programm technischen Gründen nicht mehr eingehen…

Der wechselnde Rhythmus ihrer schönen Kompositionen, gepaart mit der charismatischen Stimme des Sängers und Gitarristen, macht den Auftritt der Indiepopper von Phonodope zum Genuss. Zum Schluss überraschen die vier Flawiler mit einer russischen Polka. Dieser letzte Titel rockt mächtig und wird getragen von fein gespielten Gitarrensoli und dem komödiantischen Talent des Sängers.

Einen grossartigen Auftritt bietet auch die Rockband Innocent aus Gossau. Vorab der junge Sänger besticht durch seine gewinnende Ausstrahlung und durch seine Natürlichkeit und Coolness, sich auf der Bühne zu bewegen. Ausdrucksstark und gefühlvoll singt er nicht nur, sondern lebt seine rockigen Songs und verleiht ihnen dadurch eine besondere Note. Er legt eine kraftvolle Show hin und wird durch die instrumentale Begleitung seiner drei Bandfreunde optimal unterstützt. Ihre unbändige Spielfreude lässt sich auf ihren strahlenden Gesichtern ablesen und löst beim Publikum ein verdientes, intensives Klatschen aus.

Das supercoole Intro von sly seals lässt es erahnen. Ihr Auftritt ist durchdacht und erscheint sehr professionell: die abwechslungsreiche Songauswahl, die selbst einem Barhocker und der Akustikgitarre Platz einräumt, ihre variantenreiche Musikalität ebenso wie das Unterstreichen ihrer Zusammengehörigkeit durch ihre leuchtend orangen T-Shirts. Die fünf Mörschwiler Indierocker suchen einander immer wieder mit Blicken, welche Bände sprechen, und finden eine grosse Harmonie untereinander. Ihr Lachen zueinander drückt reine Spielfreude aus und entzückt das Publikum gleichermassen. Dass ihr Konzert nicht nur ein Leckerbissen für die Ohren ist, beweisen die Jungs mit ihrer energievollen Show, bei der selbst das begeisterte Publikum miteinbezogen wird.

Mordan hingegen erfüllen alle Klischees der Metalszene. Mit wundervoll wallenden Mähnen, düsteren Blicken und in Schwarz gekleidet betreten die vier Wiler Jungs selbstbewusst die Bühne und legen unmissverständlich los. Ihre Konzerterfahrungen sind noch klein, doch ihre Gitarrensoli sind fantastisch und ihr Headbangen mit den langen Haaren ist wirkungsvoll. Nur das – pardon – Gekreische des Sängers ist auf eine gewisse Weise gewöhnungsbedürftig für ein Publikum, das eher nach Klangharmonien lechzt. Ihre Fans jedoch sind ihnen für dieses tolle Konzert dankbar und lassen ihre Haarpracht ebenfalls durch die Lüfte sausen.

Mit All Ship Shape aus Wittenbach hält purer Rock`n`Roll Einzug ins Toggenburg. Mit dem ersten Ton, mit der ersten Bewegung zieht der Sänger die Zuschauer in seinen Bann. Wie unter Starkstrom stehend oder scheinbar hypnotisiert führt er seine spastischen, sehr schnellen Bewegungen aus. Sie unterstreichen seinen Gesang wunderbar und machen aus dem herrlichen Konzert ein berauschendes Live-Erlebnis. Seine vier Bandkollegen beherrschen ihre Instrumente und spielen einen satten Sound, der die alten Gemäuer erzittern und jede Hüfte im Kraftwerk schwingen lässt. Die Aufforderung ist klar: Let`s rock`n`roll!

Hardrock ist die Leidenschaft, welcher die fünf Jungs von Inflame erlegen sind. Die fünf Gossauer spielen als letzte Band des Abends und rocken die Bude nochmals intensiv und hart. Mit viel Engagement begeistern sie nicht nur ihre Fans und geben wie ihre sieben Konkurrenten vor ihnen alles.

Nach diesen acht fantastischen Auftritten ist klar: Die Entscheidung lässt sich nicht aus dem Ärmel schütteln und die Jury hat sicher keinen leichten Job zu verrichten. Gewonnen hat schliesslich die Skaband drops aus Wil vor den Metallern Mordan, ebenfalls aus Wil, und den Indierockern sly seals aus Mörschwil. Herzliche Gratulation! (Finalbericht)

Allen anderen 37 Nachwuchsbands, die sich an diesem ersten Wettbewerb dieser Art im Kanton St. Gallen beteiligten, sei viel Glück und Energie gewünscht, ihr musikalisches Ziel weiterhin zu verfolgen und nicht aus den Augen zu verlieren. Ich bin überzeugt vom musikalischen Nachwuchs im Kanton.
 
 
 
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