Ich stehe auf der Landiwiese in Zürich und ergötze mich an den beeindruckenden Darbietungen der Freestyler. Die Sonne brennt mir ins Genick und der nahe See ruft zu einem gemütlichen Verweilen. Doch wo um Himmels Willen soll ich mich auf dieser Wiese hinsetzen? Überall liegt Abfall herum: Aludosen mit Aufdrucken von Bier, Cola und Eistee, halbvolle und leere Plastikteller, Plasikbesteck und -becher, Servietten mit farbigen Essensspuren – und haufenweise Flyer und Plastiksäcke mit Postern und Werbegeschenken. Die Wiese erscheint nicht mehr grün, sondern weiss und farbig. Was ist passiert?
Zum einen scheint es so, als ob an dieser Veranstaltung niemand nur geringste Bedenken hätte, seinen Abfall NICHT in die dafür vorgesehenen Fässer zu entsorgen. Ich stehe, also lasse ich fallen… Liegt es an den vielen Jugendlichen, die sich nicht anders gewöhnt sind? Liegt es daran, dass hier kein Zwang herrscht und dich niemand kontrolliert? Liegt es einfach an unbedachtem Tun – nichts studieren und weg? Ich weiss es nicht. Mich hat diese grosse, auf dem ganzen Areal verteilte Abfallmenge entsetzt.
Zum anderen beobachte ich interessante Szenen. Verschiedene Labels preisen ihre Waren auf dieser Veranstaltung an. Markenartikel, welche die Herzen der meisten Besucher höher schlagen lassen. Die Zelte der Anbieter sind entsprechend gut frequentiert. Da wird mit Postern und Flyern geworben, an Wettbewerben können Preise gewonnen werden und wer sich in Geschicklichkeit übt, kann grosse und kleine Gewinne abräumen. An einem Stand ist die riesengrosse Warteschlange nicht zu übersehen: Die Betreuer müssen sich beim Füllen ihrer Werbesäcke sichtlich sputen. Mich dünkt, dass schliesslich mindestens jeder zweite in der riesigen Menschenmenge mit einem solchen Plastiksack in der Hand bestückt ist. Oder war. Denn die Geschichte geht weiter. Je länger der Nachmittag, je länger der Tag, füllt sich die Geländewiese wie aus Geisterhand mit unzähligen solcher weisser Säcke. Anstehen und warten, damit man sich bald der Last wieder entledigt?
So bleibe ich stehen, den ganzen Tag, weil ich mich nicht in einer Müllhalde ausruhen möchte. Die Freestyler betrifft mein Problem nicht – sie springen hoch in den Lüften und erfreuen mit ihren fantastischen Tricks mich und die Massen. Wer schaut denn schon zu Boden?
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